Gesamtschulen haben sich seit 1995 in Thüringen etabliert und ergänzen seitdem als ein zusätzliches Wahlschulangebot die Schularten Regelschule, Förderschule und Gymnasium.

Ihr Anliegen ist es, Kinder mit unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen und unterschiedlicher sozialer Herkunft auch nach der Grundschulzeit ohne Auslese gemeinsam lernen zu lassen. Gesamtschulen sehen also ihre Aufgabe darin, zunächst unabhängig vom späteren Schulabschluss  die individuellen Stärken des Einzelnen durch möglichst langes Lernen voneinander und miteinander zu entwickeln.


Damit wollen sie erreichen, dass die Heranwachsenden in der Gemeinschaft ihre Fähigkeiten frei entfalten können und es lernen, mit anderen tolerant umzugehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen damit gestärkt werden und sich später möglichst gut in die Gesellschaft integrieren können.

Diesem Ansatz – Individuelles und Gemeinschaft zu verbinden - versuchen Gesamtschulen unter anderem durch die Arbeit mit leistungsdifferenzierten und neigungsorientierten Gruppen, durch die gezielte Nutzung offener bzw. kooperativer Unterrichtsformen sowie mit Ganztagsangeboten gerecht zu werden.
Am Ende seiner Schulzeit soll dadurch jedes Kind nicht nur irgendeinen, sondern den bestmöglichen, also seinen Schulabschluss erwerben können, ohne dass nochmals die Schule gewechselt werden muss.
Dies wird dadurch gewährleistet, dass die Gesamtschulen auf der Grundlage der Thüringer Lehrpläne alle Schulabschlüsse unter einem Dach anbieten, die in Thüringen derzeit vergeben werden.
Dazu zählen der Hauptschulabschluss und der Qualifizierende Hauptschulabschluss am Ende der 9.  Oder 10. Klasse, der Realschulabschluss nach der Klasse 10 sowie das Abitur nach Abschluss der 13. Klasse. Dabei ist anzumerken, dass jeder Abiturient einer Gesamtschule immer auch den Realschlussabschluss in der Tasche hat, wenn er die Schule verlässt, und dass er dann das gleiche Abitur wie am Gymnasium erworben hat.

Wann sollte man sich für den Besuch einer Gesamtschule entscheiden?

Diese Schulform bietet sich an für Eltern, denen für ihr Kind ein möglichst langes gemeinsames Lernen in heterogenen Klassen und Gruppen wichtig ist. Eine Gesamtschule ist auch für die Eltern interessant,  die sich nach der 4. Klasse zunächst noch nicht sicher sind, welchen Schulabschluss ihr Kind einmal erreichen kann.
Und schließlich sollte auch das Schulprogramm der jeweiligen Schule ansprechen. So unterschiedlich wie die Situation vor Ort ist, so unterschiedlich sind auch die Profile der einzelnen Thüringer Gesamtschulen.

Wie kommt man an eine Gesamtschule?

Solche Schulen gibt es derzeit in Erfurt, Jena, Gotha und Gera.
Die Integrierte Gesamtschule Gera im Geraer Stadtteil Lusan ist die einzige im Schulamtsbereich Gera-Schmölln. Sie nimmt Schüler vor allem aus dem Raum Gera auf und umfasst
die Klassenstufen 5 – 13, wobei in der Klassenstufe 5 jeweils 4 neue Klassen gebildet werden.
Um aufgenommen zu werden, muss man sein Kind in der Anmeldewoche – sie gilt für alle Thüringer Gymnasien und Gesamtschulen gleichzeitig - an der Schule anmelden.
Im Gegensatz zum Gymnasium gibt es aber für Schüler der Klasse 5 an der Gesamtschule keine besonderen Aufnahmebedingungen; die Erfüllung von Notenvoraussetzungen, die Vorlage einer Empfehlung oder Probeunterricht sind nicht nötig.
Ab Klasse 11 können auch noch Schüler, die in einer Regelschule des Schulamtsbereiches den Realschulabschluss erreicht haben, in die Gymnasiale Oberstufe der IGS Gera übertreten, diese müssen dann allerdings die entsprechenden Leistungsvoraussetzungen nachweisen.

Wenn Sie mehr über Gesamtschulen und speziell über die Integrierte Gesamtschule Gera erfahren wollen, vereinbaren Sie einfach einen Termin in der Schule oder besuchen Sie den Tag der offenen Tür. Sie können sich natürlich auch im Internetauftritt der Schule unter www.igsgera.de oder über das Schulporträt der Schule im Thüringer Schulportal unter www.schulportal-thueringen.de informieren!