Tagebucheintrag vom 26.2.2019

Unseren zweiten Tag auf der Studienreise Auschwitz begannen wir

im Frühstücksraum unserer Unterkunft. Nach dieser Stärkung machten wir uns erwartungsvoll auf den Weg zum Stammlager Auschwitz I. Dieses ist fußläufig innerhalb von ca. 15 Minuten erreichbar. Ursprünglich war Auschwitz als Arbeitslager für politische Gefangene aus Polen gedacht. Im Kriegsverlauf entwickelte es sich zur zentralen Stätte der Vernichtung der Juden in Europa.

Nachdem wir die Sicherheitskontrolle passiert hatten, begannen wir unsere umfangreiche Führung vor dem eisernen Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei". Auf dem weitläufigen Lagergelände besichtigten wir die medizinischen Baracken, die „Zigeuner"-Baracken, die „Bestrafungszellen" im Untergeschoss und schlossen unseren Rundgang mit einer Besichtigung des Krematoriums ab. Besonders beeindruckten uns die Haufen gesammelter Haare, welche den Frauen abgeschoren wurden. Diese wurden in einer großen Vitrine ausgestellt.

Für das Mittagessen kehrten wir erneut gegen 12:00 Uhr zu unserer Unterkunft zurück. Anschließend nahm eine Gruppe an einem Workshop zu SS-Täterbiografien in einer Lagerbaracke teil, während die anderen im Archiv für die danach anstehenden Vorträge recherchierten. Nach der Freizeit von 15:00 bis 18:00 Uhr, die wir nutzen, um uns über unsere Erlebnisse auszutauschen, fanden wir uns alle zum Abendessen ein. Den Tag schlossen wir mit einer Lesung in einem Seminarraum unserer Unterkunft ab. Dabei ging es im Wesentlichen um drei Geschichten rund um Widerstand und Flucht der KZ-Insassen.

W. Oberbach, Kurs 12/2