Die Reise begann mit einem mulmigen Gefühl und leerem Magen um 6:04 Uhr am Hauptbahnhof Gera. Eine durchgehende Stille herrschte in den ersten drei Stunden der Fahrt, denn viele holten den versäumten Schlaf nach. Um uns auf die anstehende Woche einzustimmen, lief nach der ersten stillen Phase der Film „Der letzte Zug“.

Nach Ende des Films vertieften sich die Gespräche über die gezeigte Geschichte und uns wurde langsam bewusst, wohin die Reise geht. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir endlich unseren Zielort. Um 15:05 Uhr kamen wir schließlich in unserer Unterkunft an. Der erste Blick in die Zimmer ließ uns aufatmen, denn die Zimmer waren groß und geräumig. Nach einer kurzen Auszeit ging es weiter mit dem Bus Richtung Stadtzentrum. Nachdem gefühlte 99% der Gruppe ihr Geld in die polnische Währung Zloty umtauschten, in einem Raum der ungefähr fünf Quadratmeter groß war, begaben wir uns in ein Museum mit integrierter Synagoge.  Von einem jungen Mann wurde uns  in einer Führung durch das Museum, die jüdische Geschichte und Kultur näher gebracht. Beim Betreten der Synagoge mussten alle unsere Jungs  eine jüdische Kiba tragen, als Zeichen für ihren Respekt gegenüber Gott. Nur eine unserer Mitschülerinnen konnte dem Schofar einen Ton entlocken, welcher ansatzweise so klang wie er sollte. Sogar einen Blick auf die heilige Thora, deren Papier nicht angefasst werden darf, wurde uns gewährt. Um unser Hintergrundwissen über die jüdische Kultur auf den angemessenen Stand zu bringen, half die Rundführung sehr. Die ganze Meute hatte Angst um ihre Kraftstoffvorräte und die Trinkreserven der nächsten Tage. Aus diesem Grund musste unser treuer Busfahrer, der die ganze Woche für uns da sein wird, noch einige Minuten warten, weil es nicht so einfach war einen geöffneten Supermarkt zu finden.  Kurz vor halb sieben versammelte sich die hungrige Meute vor den Türen des Speisesaals, welcher uns im Übrigen auch sehr beeindruckte. Wir fanden alle unseren Platz und warteten gespannt auf die Vor- und die anschließende Hauptspeise. Eine Stunde später brachte uns Frau Kubusch, mittels einer Buchpräsentation, die Geschichte einer Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz näher. Die Autobiographie der Halina beeindruckte uns sehr, da sie enormes Glück in ihrem Leben erfahren durfte. Am Ende des Tages wurden die wichtigsten Informationen zum nächsten Tag bekannt gemacht, dann  durften wir  uns nach dem ersten Tag der Reise ein wenig zurücklehnen und das Geschehene  auf uns wirken lassen.